Im : Den ›leeren‹ Raum verhören mit Thomas Bernhards (2022)

  • Kathrin Schuchmann14
  • Chapter
  • First Online: 29 July 2022
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Part of the Kontemporär. Schriften zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur book series (KSDG,volume 9)

Zusammenfassung

Als Thomas Bernhard 1970 den Büchner-Preis erhielt, kam auch seinem im gleichen Jahr veröffentlichten Roman Das Kalkwerk eine hohe Aufmerksamkeit zu. Mit der unvollendeten Studie Das Gehör, welche die Figur Konrad in der Isolation eines verlassenen Kalkwerks ausgehend von Hrexperimenten mit seiner Frau anstrebt zu schreiben, legt Bernhards Roman den Fokus auf die Vermittlungsebene. Raumtextur und Textraum konvergieren in Das Kalkwerk dabei in einer Form, die es nahelegt, den Zugang zum Roman über die Strategie der Verräumlichung zu suchen, die einerseits auf eine paradoxale Absenz bezogen ist und die andererseits den entleerten Raum im Spannungsfeld von Stasis und Bewegung denkt. Die Studie, die sich in Konrads »Verzögerungstaktik« (Kw 170) dem Prozess, ein Ort der Schrift zu werden,verweigert, korrespondiert mit der Bewegung der Figur, im Kalkwerk Abwesenheit zu erzeugen. In diesem Zusammenhang kann Konrads Manie zu gehen nicht einfach als scheinhafte Bewegung abgetan werden. Die Verknüpfung von Denken und Gehen ist weniger Schein als Sein, um Absenz nicht in der Affirmation der Leere zu bannen, sondern die Paradoxie des ›leeren‹ Raums zu verhandeln. Denn um nichts auf dem Papier zu erzeugen, muss auch Konrad das Kalkwerk als Repräsentationsraum der Schrift räumen und seine Studie als Idee auf die Virtualität bezogen bleiben. Das eminente Scheitern der graphé in der histoire wird auf diese Weise zur Möglichkeitsbedingung des Romans und ist formkonstitutiv für das Kunstwerk selbst.

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Notes

  1. 1.

    Vormweg: Ein Endzustand, S.1088.

  2. 2.

    Kesting: Die Kehrseite der Normalität.

  3. 3.

    Bernhard: Das Kalkwerk, S.7. Das Kalkwerk wird im Folgenden mit der Sigle ›Kw‹ und Seitenzahl im Haupttext nachgewiesen.

  4. 4.

    Zur Fokuslegung des Romans auf die Umstände, die zum Mordfall geführt haben vgl. auch Mehigan: From Kant to Schopenhauer, S.73: »The narrative itself has a forensic dimension, in that the investigations that form its centerpiece appear to be those of a disinterested observer.«

  5. 5.

    Billenkamp: Thomas Bernhard, S.190.

  6. 6.

    Kesting: Die Kehrseite der Normalität. Auch Bernhard Sorg bezeichnet Konrad als »Privatgelehrten« (Sorg: Der Künstler als Misanthrop, S.95).

  7. 7.

    Bei Konrads Frau handelt es sich um seine »Halbschwester« (Kw 17). Mit der Andeutung eines inzestuösen Verhältnisses des Geschwisterpaars steht Das Kalkwerk in Bernhards Œuvre nicht isoliert. Der Inzest findet sich als Motiv etwa auch in An der Baumgrenze (1967), Korrektur (1975) und Vor dem Ruhestand (1979), worauf auch die Forschung hingewiesen hat. Die Bearbeitung der Inzestthematik durch Bernhard lässt sich allerdings nicht ohne Weiteres schematisieren. Vgl. dazu von Hoff: Familiengeheimnisse, S.330f.: »Welche Bedeutung die Inzestthematik im Werk Thomas Bernhards einnimmt, ist schwer zu entscheiden. […] Denn, wenn Bernhard auf das Inzestmotiv anspielt, dann geschieht dies nicht, um auf die Linearität und Tradition eines institutionalisierten Gedächtnisses zu verweisen. Das Besondere des semantischen Gestus in Bernhards Texten besteht eben darin, daß sie keinen einfachen Sinnkern ausbilden, sondern zur Sinndispersion drängen.«

  8. 8.

    Billenkamp: Thomas Bernhard, S.190.

  9. 9.

    In dieser Hinsicht bildet Das Kalkwerk in Thomas Bernhards Œuvre keine Ausnahme. Insbesondere im Roman Korrektur wird der Leser ebenfalls mit einem Schreibprojekt konfrontiert. Im Unterschied zu Konrad hat die Figur Roithamer ein beachtliches Textkonvolut vorzuweisen, das sie im Zuge der Korrektur wiederum derart zusammenstreicht, dass das Manuskript am Ende nur noch ein Zehntel seines ursprünglichen Umfangs aufzuweisen hat. Vgl. dazu ausführlicher Kap.9 in der vorliegenden Studie.

  10. 10.

    Pontzen: Künstler ohne Werk, S.314f.

  11. 11.

    Ruthner: (Text-)Räume des Schreckens, S.140.

  12. 12.

    Bernhard: Drei Tage, S.100 (Hervorh. im Orig.).

  13. 13.

    Ebd.

  14. 14.

    Ebd. (Hervorh. im Orig.)

  15. 15.

    Höller: ›Ortschaft‹ bei Thomas Bernhard und Peter Weiß, S.19.

  16. 16.

    Bernhard: Verstörung, S.194.

  17. 17.

    Ebd., S.195.

  18. 18.

    Ebd., S.162.

  19. 19.

    Ebd., S.6.

  20. 20.

    Ebd., S.173.

  21. 21.

    Bernhard: Korrektur, S.317. Korrektur wird im Folgenden mit der Sigle ›Ko‹ und Seitenzahl im Haupttext nachgewiesen.

  22. 22.

    Dürckheim: Untersuchungen zum gelebten Raum, S.398.

  23. 23.

    Ebd., S.398.

  24. 24.

    Bernhard: Verstörung, S.195.

  25. 25.

    Schmied/Schmied: Thomas Bernhard, S.97.

  26. 26.

    Bernhard: Eine Begegnung, S.14f. (Hervorh. im Orig.)

  27. 27.

    Ebd., S.15.

  28. 28.

    Marquardt: Gegenrichtung, S.119.

  29. 29.

    Ebd.

  30. 30.

    Würzbach: Erzählter Raum, S.109.

  31. 31.

    Die Forschung hat den Begriff des ›Geistesmenschen‹ als Bezeichnung der Bernhard’schen Romanfigur par excellence aus Bernhards RomanAuslöschung (1986)übernommen (vgl. Bernhard: Auslöschung, S.28). Zum Begriff selbst vgl. insbesondere Jahraus: Das ›monomanische‹ Werk, S.98.

  32. 32.

    Ebd., S.99.

  33. 33.

    Ebd., S.100.

  34. 34.

    Bernhard: Gehen, S.218.

  35. 35.

    Ebd., S. 216. In diesem Zusammenhang sei auch auf den Bezug zur antiken Schule der Peripatetiker hingewiesen: Peripatos (griechisch ›Wandelhalle‹) bezeichnete die Schule des Aristoteles und verweist zugleich auf ihre Methode, nach der das Diskutieren und Philosophieren im Gehen vollzogen wurden. Zu diesem Verweis vgl. weiterführend Hummel: Die narrative Performanz des Gehens, S.15–17.

  36. 36.

    An dieser Stelle sei nochmals auf Michel de Certeaus Definition des Orts verwiesen. Demnach beschreibt ein Ort »die Ordnung (egal, welcher Art), nach der Elemente in Koexistenzbeziehungen aufgeteilt werden«, und stellt somit »eine momentane Konstellation von festen Punkten« dar, die »einen Hinweis auf eine mögliche Stabilität« (KdH 217 f.)enthalten.

  37. 37.

    Zum Wahnsinn als Charakteristikum des ›Geistesmenschen‹ in Bernhards Erzähltexten vgl. besonders Jahraus: Das ›monomanische‹ Werk, S.149.

  38. 38.

    Ruthner: (Text-)Räume des Schreckens, S.140.

  39. 39.

    Meister: Ein Roman und sein Schauplatz, S.33. Christoph Meister analysiert das Kalkwerk in Bernhards gleichnamigem Roman als einen Raum, der das Wesen der Figur Konrad widerspiegelt.

  40. 40.

    Nienhaus: Architekturen und andere Räume, S.54.

  41. 41.

    Mittermayer: Thomas Bernhard, S.63.

  42. 42.

    Thill: Die Kunst, die Komik und das Erzählen im Werk Thomas Bernhards, S.103.

  43. 43.

    Mittermayer: Thomas Bernhard, S.58.

  44. 44.

    Pontzen: Künstler ohne Werk, S.311 (Hervorh. im Orig.).

  45. 45.

    Damerau: Selbstbehauptungen und Grenzen, S.427.

  46. 46.

    Nienhaus: Architekturen und andere Räume, S.53.

  47. 47.

    Zur Bedeutung der Paradoxie und der Wiederholungsfigur für Bernhards Erzähltexte vgl. Paß: »Denken heißt scheitern, denke ich.«

  48. 48.

    Pontzen: Künstler ohne Werk, S.317.

  49. 49.

    Vgl. Thill: Die Kunst, die Komik und das Erzählen im Werk Thomas Bernhards, S.106: »Die Parallelisierung von ›gehen‹ und ›denken‹, von physischer Bewegung und gedanklicher Beweglichkeit (Gedankengängen!), ist ein häufiges und immer wiederkehrendes Motiv bei Bernhard […], das hier allerdings ins Absurde gewendet wird, weil es mit dem (statischen) Warten verbunden wird […].« (Hervorh. im Orig.)

  50. 50.

    Im Sinne einer Kontextualisierung des Asyndetons können die wesentlichen Aspekte aus de Certeaus Kunst des Handelns knapp zusammengeführt werden: Während der ›kartierende‹ Blick Übersicht schafft und Wissensräume auf der Grundlage von Metrik und Distanz erzeugt, formiert sich in Bezug auf die Fußgängerfigur eine Bewegung im ›Unten‹, die auf Verknüpfungsleistungen setzt, wie diese die ›Weg-Figuren‹ der Synekdoche (›Vertiefung‹) und des Asyndetons (›Weglassung‹) darstellen. Das Asyndeton als zweite ›Weg-Figur‹ »erzeugt durch eine Weglassung ein ›Weniger‹, schafft Lücken im räumlichen Kontinuum und behält nur ausgewählte Stücke, also Relikte, zurück« (KdH 195). Es fungiert als Auslassungsfigur, »indem [es] Konjunktives und Konsekutives wegläßt (ein Nichts anstelle von etwas)« (KdH 195).

  51. 51.

    Das sprichwörtliche ›Unterlaufen‹ der kapitalistischen Strategie ist nicht nur der Alltagskunst des Konsumenten in de Certeaus Kunst des Handelns implizit. Auch in Gilles Deleuze und Félix Guattaris Tausend Plateaus ist die raumkritische Konzeption des Glatten und Gekerbten nicht im Sinne eines ästhetischen Selbstzwecks angelegt, sondern steht in Bezug zu Subjektivierungsprozessen in kapitalistischen Herrschaftsformen. In diesem Sinne ist die Bezeichnung des ›Taktens‹ an dieser im Sinne eines zeitlichen Ablaufs, den solche Herrschaftsformen vorgeben, gemeint.

  52. 52.

    Anne Thill hat ebenfalls auf Konrads Obsession, die Schritte zu zählen, hingewiesen, ihrer Beobachtung jedoch argumentativ eine andere Stoßrichtung gegeben: Das »obsessive Schrittezählen entlarvt Konrads Gehen […] als Selbstzweck und rückt seine Ausführungen über den Zusammenhang von gehen und denken in ein lächerliches Licht« (Thill: Die Kunst, die Komik und das Erzählen im Werk Thomas Bernhards, S.106). Dieser Feststellung ist zweifelsohne beizupflichten, jedoch greift die Beschreibung der lächerlichen Wirkung dieser »Pose« (ebd.) im vorliegenden Erklärungszusammenhang zu kurz, da gerade über den Maßstabsverlust das Zählen nicht nur Selbstzweck ist, sondern sich auch im Versuch einer Erfassung von Raum erschöpft, der sich nicht mehr bemessen lässt. Im Sinne der zuvor in diesem Kapitel erläuterten Topologie des Kalkwerks widersteht die Räumlichkeit der Vermessung.

  53. 53.

    Neumeyer: »Experimentalsätze« und »Lebensversicherungen«, S.14.

  54. 54.

    Thill: Die Kunst, die Komik und das Erzählen im Werk Thomas Bernhards, S.106.

  55. 55.

    Sorg: Der Künstler als Misanthrop, S.100. Sorg bettet diese Beobachtung in das zwanghafte Denken Konrads ein: »Die monomanische Idee, nur in diesem Kalkwerk könne die Studie aufs Papier gebracht werden, verrät etwas von jener Zwanghaftigkeit, die das konstitutive Merkmal seines ganzen Lebens und seiner Weltsicht ist.« (Ebd.)

  56. 56.

    Pontzen: Künstler ohne Werk, S.317.

  57. 57.

    In einem Traum malt Konrad »mit schwarzem Mattlack« (Kw 208) die Innenräume des Kalkwerks an. Auf diese Passage ist im Abschn.8.3 der vorliegenden Studie zurückzukommen.

  58. 58.

    Pontzen: Künstler ohne Werk, S.317.

  59. 59.

    Schmitz-Emans: Schrift und Abwesenheit, S.41.

  60. 60.

    Vgl. Mehigan: From Kant to Schopenhauer, S.76.

  61. 61.

    Thill: Die Kunst, die Komik und das Erzählen im Werk Thomas Bernhards, S.97.

  62. 62.

    Liebrand: Chandos, Bacon und Urbantschitsch, S.45.

  63. 63.

    Zum vagen Status der wissenschaftlichen Studie von Konrad vgl. auch Mehigan: From Kant to Schopenhauer, S.74: »Since the aim of this study, its actual research question, is never revealed, its true objective remains opaque. But what is nevertheless clear about the study is that, at least outwardly, it professes to have a scientific purpose, requiring methodological exactitude on the part of the researcher as well as a high degree of tolerance on the part of the research subject for oppressive research conditions; in addition, carrying it out requires patience as well as discipline from both parties, sustained over months and even years.«

  64. 64.

    So werden beispielsweise »Unterbrechungen der Übungen« von Konrad als »Disziplinlosigkeit« (Kw 101) bezeichnet.

  65. 65.

    Vgl. Rieger: Ohrenzucht und Hörgymnastik. Der namentliche Verweis von Konrads Methode auf Viktor Urbantschitsch ist in der Forschung hinlänglich bekannt und wurde insbesondere im konzisen Forschungsbeitrag von Stefan Rieger aufgearbeitet. Rieger konzentriert sich vor allem auf Urbantschitschs Über Hörübungen bei Taubstummheit und bei Ertaubung im späten Lebensalter (1895). Für den Bezug auf Urbantschitsch vgl. auch Neumeyer: »Experimentalsätze« und »Lebensversicherungen«, bes. S.17–22.

  66. 66.

    Neumeyer: »Experimentalsätze« und »Lebensversicherungen«, S.19.

  67. 67.

    Liebrand: Chandos, Bacon und Urbantschitsch, S.46.

  68. 68.

    Ebd., S.60.

  69. 69.

    Vgl. Mehigan: From Kant to Schopenhauer, S.77.

  70. 70.

    Maier: Die Verführung, S.67 (Hervorh. im Orig.).

  71. 71.

    Der Begriff der ›Konzept-Kunst‹ ist an dieser Stelle bewusst gewählt, um auch auf den performativen Aspekt von Konrads Kunstwerk hinzuweisen, das sich in den Raum einprägt, indem er sich weigert, die Kunst zu einem Ort der Schrift werden zu lassen, d.h. sie ›stillzustellen‹. Darauf wird im abschließenden Abschn. 8.4 zurückzukommen sein.

  72. 72.

    Zum white cube vgl. ausführlicher Abschn.2.2 in der vorliegenden Studie.

  73. 73.

    O’Doherty: In der weißen Zelle, S.10.

  74. 74.

    Ebd., S.9 (Hervorh. im Orig.).

  75. 75.

    Ebd.

  76. 76.

    Ebd.

  77. 77.

    Mehigan: From Kant to Schopenhauer, S.74.

  78. 78.

    O’Doherty: In der weißen Zelle, S.9.

  79. 79.

    Vgl. z.B. Damerau: Selbstbehauptungen und Grenzen, S.248.

  80. 80.

    Vgl. dazu Liebrand: Chandos, Bacon und Urbantschitsch.

  81. 81.

    Vgl. dazu Bacon: Neues Organon, bes. S.65: »Denn der Mensch als Diener und Dolmetscher der Natur wirkt und weiß nur so viel, wie er von der Ordnung der Natur durch seine Werke oder durch seinen Geist beobachtet hat; mehr weiß er nicht, und mehr vermag er nicht. Denn keine Kraft kann die Kette der Ursachen lösen oder zerbrechen, und die Natur wird nur besiegt, indem man ihr gehorcht. Daher fallen jene Zwillingsziele, die menschliche Wissenschaft und Macht, zusammen, und das Mißlingen der Werke geschieht meist aus Unkenntnis der Ursachen.«

  82. 82.

    Deleuze: Francis Bacon, S.10.

  83. 83.

    Ebd.

  84. 84.

    Ebd., S.29.

  85. 85.

    Ebd., S.86 (Hervorh. im Orig.).

  86. 86.

    Vgl. ebd.

  87. 87.

    Ebd.

  88. 88.

    Bernhard: Drei Tage, S.84 (Hervorh. im Orig.).

  89. 89.

    Vgl. dazu ausführlicher Abschn.4.1 in der vorliegenden Studie.

  90. 90.

    Jacob: Bildschrift – Schriftbild, S.290.

  91. 91.

    Bernhards DasKalkwerk führt in diesem Zusammenhang eine Liste über all jene gescheiterten ›Verortungsversuche‹ der Figur Konrad vor Augen, die Studie niederzuschreiben, doch immer schon »nach ein paar Anfangssätzen das Ganze abbrechen« zu müssen: »[…] schon in den Augsburger Tagen habe er geglaubt, die Studie nach ein paar Sätzen in einem einzigen Zuge niederschreiben zu können, in Augsburg und in Innsbruck und in Paris und in Aschaffenburg und in Schweinfurt und in Bozen und in Meran und in Rom und in London und in Wien und in Florenz und in Kopenhagen und in Hamburg und in Frankfurt und in Köln und in Brüssel und in Ravensburg und in Rattenberg und in Toblach und in Neulengbach und in Korneuburg und in Gänserndorf und in Calais und in Kufstein und in München und in Prien und in Mürzzuschlag und in Thalgau und in Pforzheim und in Mannheim.« (Kw 59f.) Die Variation aus berühmten Städten und weniger bekannten Orten birgt nicht nur eine gewisse Komik, sondern führt auch vor Augen, dass Konrad weder durch die Land- noch durch die Stadtflucht seiner Studie entrinnen kann, da ihn der Gedanke selbst, sie vollständig, d. h. als ein ›Ganzes‹, niederzuschreiben, in die Aporie der Verräumlichung führt, der er auch mit dem ständigen Ortswechsel nicht entrinnen kann.

  92. 92.

    Dies legt insbesondere das Romanende nahe, in dem es über Konrad heißt: »Wie Tausende vor ihm, sei auch er dem Wahnsinn zum Opfer gefallen, eines Tages, in einem einzigen Augenblick, in dem sogenannten optimalen Zeitpunkt dafür, die Studie durch folgerichtige konzentrierte Niederschrift verwirklichen zu können. Weder in Stein, in der Strafanstalt, noch in Niedernhardt, in der Irrenanstalt, werde er an die Niederschrift gehen können, die Studie Konrads sei, wie Konrad selbst, verloren (Wieser), ein, wie man annehmen müsse, so Fro auf einmal plötzlich umschwenkend, ungeheures Lebenswerk, vernichtet.« (Kw 230f.) Mit dem Verlassen des Kalkwerks ist somit auch der von Konrad hochstilisierte Augenblick des Anfangens verwirkt.

  93. 93.

    Neumeyer: »Experimentalsätze« und »Lebensversicherungen«, S.11.

  94. 94.

    Die Ambivalenz der Figuren in ihrem Verhältnis zueinander wurde in der Forschung verschiedentlich auch in Bezug auf eine Sexualsymbolik diskutiert. Alfred Pfabigan etwa betrachtet das »Spiel der Geschlechter« (Pfabigan: Thomas Bernhard, S.240) im Spannungsverhältnis zwischen Konrads »männliche[r] Produktivität« und seiner Frau, die »durch das von ihr gelebte, permanente antiapollinische Memento an das Kreatürliche« (ebd, S.239) seine Studie untergrabe. In diesem Zusammenhang liest Pfabigan etwa die »Zuckerdose«, die Konrad seiner Ehefrau »anfüllen« (Kw 64) soll, als Sexualsymbol, die mit der Triebnatur der Ehefrau korrespondiere(vgl. Pfabigan: Thomas Bernhard, S. 239). Auch Annette und Peter Horn verweisen auf die Sexualsymbolik in Bernhards Das Kalkwerk, wenn sie das Erschießen der Frau wie folgt kommentieren: »Das phallische Bild des Schießens als eruptiver Akt beendet das Ritual von seiner Seite her. Der Schuss reiht sich in die Serie der Schüsse ein, die die Männer als imaginierte Potenz brauchen. Der Tod ist der psychotische Akt der Erfüllung, in dem Entleerung und Auflösung zusammentreffen.« (Horn/Horn: Der Schrei ist das einzig Ewige, S.111)

  95. 95.

    Zur Figur des Voyeurs nach de Certeau vgl. ausführlicher Abschn.3.2.2 in der vorliegenden Studie.

  96. 96.

    Vogl: Was ist ein Ereignis?, S.74.

  97. 97.

    Ebd.

  98. 98.

    Pontzen: Künstler ohne Werk, S.324.

  99. 99.

    Thill: Die Kunst, die Komik und das Erzählen im Werk Thomas Bernhards, S.102.

  100. 100.

    In diesem Sinne geht Tim Mehigan davon aus, Konrads Scheitern in Bezug auf die Studie sei »not traceable to any pathological condition in the first instance, but rather to the ordinary viewpoint that believes in the perfectibility of external circumstances, in the capacity for the events of life to be witnessed from a single, authoritative viewpoint« (Mehigan: From Kant to Schopenhauer, S.79).

  101. 101.

    Meister: Ein Roman und sein Schauplatz, S.33.

  102. 102.

    Frost: Whiteout, S.17.

  103. 103.

    Deleuze: Francis Bacon, S.86.

  104. 104.

    Liebrand: Chandos, Bacon und Urbantschitsch, S.49.

  105. 105.

    Damerau: Selbstbehauptungen und Grenzen, S.239.

  106. 106.

    Pontzen: Künstler ohne Werk, S.316.

  107. 107.

    Höller: Der unbekannte Thomas Bernhard, S.148.

  108. 108.

    Thill: Die Kunst, die Komik und das Erzählen im Werk Thomas Bernhards, S.118.

  109. 109.

    Pontzen: Künstler ohne Werk, S.324.

  110. 110.

    Mittermayer: Thomas Bernhard, S.58.

  111. 111.

    Deleuze: Francis Bacon, S.86.

  112. 112.

    Zur Bedeutung der Musik für Bernhards Erzähltexte vgl. Bloemsaat-Voerknecht: Thomas Bernhard und die Musik, bes. S.46–55.

  113. 113.

    Latini: Verlorene Sätze, S.236.

  114. 114.

    Vogl: Über das Zaudern, S.77.

  115. 115.

    Ebd.

  116. 116.

    Latini: Verlorene Sätze, S.240.

  117. 117.

    Thill: Die Kunst, die Komik und das Erzählen im Werk Thomas Bernhards, S.101.

  118. 118.

    Vogl: Über das Zaudern, S.77.

  119. 119.

    Latini: Verlorene Sätze, S.244.

  120. 120.

    Blumenberg: Wirklichkeitsbegriff und Möglichkeit des Romans, S.52 (Hervorh. im Orig.).

  121. 121.

    Ebd., S.54 (Hervorh. im Orig.).

  122. 122.

    Vogl: Was ist ein Ereignis?, S.72.

  123. 123.

    O’Doherty: In der weißen Zelle, S.9.

  124. 124.

    Pontzen: Künstler ohne Werk, S.335.

  125. 125.

    Deleuze/Guattari: Was ist Philosophie?, S.244.

  126. 126.

    Höller: Der unbekannte Thomas Bernhard, S.148.

  127. 127.

    O’Doherty: In der weißen Zelle, S.9.

  128. 128.

    Ebd.

  129. 129.

    Ebd.

  130. 130.

    Ebd.

  131. 131.

    Ebd.

  132. 132.

    Deleuze/Guattari: Was ist Philosophie?, S.240.

  133. 133.

    Vogl: Über das Zaudern, S.76.

  134. 134.

    Fischer-Lichte: Ästhetik des Performativen, S.251.

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  1. Universität zu Köln, Köln, Deutschland

    Kathrin Schuchmann

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  1. Kathrin Schuchmann

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Im : Den ›leeren‹ Raum verhören mit Thomas Bernhards (1)

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Schuchmann, K. (2022). Im white cube: Den ›leeren‹ Raum verhören mit Thomas Bernhards Das Kalkwerk. In: Entleerte Räume. Kontemporär. Schriften zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, vol 9. J.B. Metzler, Berlin, Heidelberg. https://doi.org/10.1007/978-3-662-64025-8_8

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Author: Kareem Mueller DO

Last Updated: 07/16/2022

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Name: Kareem Mueller DO

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Address: Apt. 156 12935 Runolfsdottir Mission, Greenfort, MN 74384-6749

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Job: Corporate Administration Planner

Hobby: Mountain biking, Jewelry making, Stone skipping, Lacemaking, Knife making, Scrapbooking, Letterboxing

Introduction: My name is Kareem Mueller DO, I am a vivacious, super, thoughtful, excited, handsome, beautiful, combative person who loves writing and wants to share my knowledge and understanding with you.